Rohkaffee

Kaffeeanbau ist wegen der Vegetation nur zwischen dem 24. Grad südlicher und dem 23. Grad nördlicher Breite möglich. Man spricht hier auch vom Kaffeegürtel. Der Rohkaffee braucht dazu bestimmte Voraussetzungen. Die sind wegen bestimmter klimatischer Bedingungen mit gleichmäßigen Temperaturen ohne Jahreszeiten eben nur in dieser Zone- also in den Regionen Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien/ Ozeanien gegeben. Ein durchschnittlicher Kaffeebaum braucht jährlich zwischen 1.500 und 2.500 mm Regen. Kalt mag er es nicht. Temperaturen über 30 Grad aber auch nicht. Sonne und Wind gilt es ebenso zu vermeiden. Deswegen pflanzt man oft sogenannte Schattenbäume zwischen zwischen die Kaffeebäume

Rohkaffee im Sack

Wieviele Kaffeesorten gibt es?

Mindestens 130 Kaffeearten sind mittlerweile identifiziert. Man vermutet, daß es noch mehr gibt, Die bedeutensten und bekanntesten Kaffeesorten ist die Arabica und die Canephorapflanze, auch Robusta bezeichnet.
Während die Arabicapflanze zu sogenannten Hochlandgewächsen zählen und am besten ab einer Höhe von 600 bis 2000 Metern gedeihen, werden die Canephorapflanzen häufig im Flachland angebaut. Der Robusta stellt ans Klima und an den Boden nicht so hohe Ansprüche wie der Arabica und ist nicht so anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten. Es darf auch mal ein bißchen mehr regnen und ein wenig wärmer sein. Genau deshalb, weil die Produktion einfacher ist, ist er auch preislich günstiger als der Arabica.

Geschmackliche Unterschiede zwischen Arabica und Robusta

Arabicakaffee ist bei weitem nuancierter und vielschichtiger als Robustakaffee. Robusta hat einen holzigen, würzigen und erdigen Geschmack. Wegen dieser Geschmackseigenschaften wird er oft in Mischungen mit Arabica verwendet und verleiht diesem dadurch eine gewisse Tiefe. Viele Kaffeenerds sind sogar der Meinung, daß Robusta in jede Espressomischung gehört.

Der Koffeingehalt ist bei Robusta bis zu dreimal so hoch wie bei Arabicakaffee. Der hohe Koffeingehalt ist übrigens auch ein Grund dafür, daß die Kaffeepflanze nicht so anfällig für Schädlinge ist, während Arabica 50% mehr Kaffeeöle als der Robusta hat- und weil Öle bzw. Fette, wie bei anderen Lebensmitteln auch, Geschmacksträger sind, schmeckt man bei Arabicas oft deutlich mehr Aromen heraus. Die genauen Mengen der Inhaltsstoffe hängen jedoch von der Varietät und dem Anbaugebiet ab..

Die bekanntesten Varietäten beim Arabica sind

CATURRA(Baum ist kleinwüchsig und hat hohen Ertrag bei ausgezeichneter Qualität), MARAGOGYPE (besonders große Bohne bei niedrigem Koffeinhalt)
MONSOONED MALABAR (bekanntester Kaffee Indiens, der eigentlich keine Varietät ist, sondern eine Namensbezeichnung aufgrund der feuchtwarmen Mosunwinde, denen der Kaffee ausgesetzt wird
TYPICA oder CRIOLLO. Der Ertrag ist recht klein, die Qualität aber sehr gut
BOURBON (höherer Ertrag als bei Typica- besonders süßlicher Geschmack)
BLUE MOUNTAIN (verträgt besondere Höhe gut- hervorragende Qualität)
MUNDO NOVO (wächst gut bei um die 1.000 Metern Höhe. Unanfällig gegen Krankheiten. Späte Reifung der Kaffeekirschen- hohe Ernte)

Beim Canephora gibt es neben zahlreichen Varietäten in der Kongo- und Guineagruppe vor allem gezüchtete Varietäten wie Conillon mit den Unterarten Old Paradenia, Bukoba, C&R und Robusta. Robusta ist, obwohl es nur eine Varietät des Canephoras ist, die gebräuchlichste Bezeichung für die ganze Kaffeesorte.

Äußerlich unterscheiden sich die beiden Arten dadurch, die Robustabohne oft etwas kleiner ist und einen geraden Schnitt hat, während die Arabicabohne einen geschwungenen Schnitt hat.

Arabica- und Robustabohne. Links Honduras Arabica und rechts Indien Robusta
Arabica- und Robustabohne im Vergleich. Links ein gewaschener Arabica aus Honduras, links eine indische Robustabohne

Neben Arabica und Canephora gibt es noch die Gattungen Coffea Liberica und Coffea Excelsa, deren Bedeutung auf dem Weltmarkt aber eher untergeordnet ist.

Die Aufbereitungsarten

Die nasse Aufbereitung (wet, washed)

Hierbei werden zunächst direkt nach der Ernte die Fruchtschale mit Pulpe von den Rohkaffee Bohnen durch Aufquellen der Kirschen in Wassertanks und anschließend maschineller Entpulpung entfernt. Danach werden die Bohnen mit viel Wasser gewaschen und anschließend getrocknet.

Die trockene Aufbereitung (natural, dry)

Bei der trockenen Aufbereitung werden die gewaschenen Rohkaffee Kirschen zum Trocknen auf Trockenböden ausgelegt.Während der langsamen Trocknung gären die Kirschen, sobald sie den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt haben. Dann werden die Bohnen vom Fruchtfleisch und der Pergamenthaut getrennt. Das geschieht in sogenannten Schälmühlen.

Die halbtrockene Aufbereitung (pulped natural, honey processed, semi dry)

Hierbei werden die beiden ersten Verfahren kombiniert. Dabei wird wie bei der trockenen Aufbereitung beim Rohkaffee die Fruchtschale direkt entfernt. Die Pulpe wird dann zum Trocknen auf Trockenböden gelegt und dann später entfernt.

Geschmackliche Unterschiede der Aufbereitungsarten

Gute nassaufbereitete Kaffees leben oft von einer ausgeprägten Säure und eines runden Aromaprofils.
Guten trocken aufbereiteten Kaffees sagt man eine hohe Komplexität mit fruchtigen und floralen Aromen nach.
Die halbtrockenen Kaffees haben neben würzigen und intensiven Aromen vor allem einen vollen Körper.


In den meisten Fällen ist die Art der Zubereitung regional bedingt, zum Beispiel durch die Höhe der Niederschläge.
Grundsätzlich gibt es keine beste Zubereitungsart. Vielleicht am ehesten die Nassaufbereitung. Es gibt aber eine Fülle von erstklassigen trockenen oder halbtrockenen Aufbereitungen wie etwa in Brasilien, Äthiopien oder Sumatra, die diese Rohkaffee – These durchaus widerlegen.

Die Top 10 der Erntemenge der führenden Anbaugebiete von Rohkaffee. Quelle: statista.de
  1. Brasilien 2.680.515 Tonnen
  2. Vietnam 1.542.398 Tonnen
  3. Kolumbien 754,376 Tonnen
  4. Indonesien 668.677 Tonnen
  5. Honduras 475.042 Tonnen
  6. Äthiopien 471.247 Tonnen
  7. Peru 346.466 Tonnen
  8. Indien 312.000 Tonnen
  9. Guatemala 245.441 Tonnen
  10. Uganda 209.325 Tonnen

Auch in anderen Ländern wird Kaffee angebaut. Manchmal sind die Anbaumengen aber so klein, daß Sie kaum wirtschaftliche Bedeutung für das jeweilige Land haben, manchmal nur für den Eigenbedarf produzieren und deswegen gar nicht exportieren.

Interessante Statistiken zum Beispiel über Handelsstatistiktabellen, Im- und Exporte der Kaffeeländer finden Sie auf der Website der Internationalen Kaffeeorganisation http://www.ico.org

Kaffeepreisentwicklung

Der Kaffeepreis steht aktuell auf einem historischen Tiefstand. Im März 2019 kostet ein Pfund Rohkaffee 0,95 US Dollar je lb (1 lb = 0,45 kg). Das ist der Preis, der durchschnittlich an den Rohstoffbörsen in New York und Deutschland erzielt wird. Der Höchststand des Kaffeepreises war im April 2011 und lag da bei ca. 3 US Dollar/lb. Damals war er also fast  3x so hoch wie heute. Analysten an der Börse gehen davon aus, daß sich der Preis 2019 erholt. Damit dürfte der Kaffee für Rohkaffeespekulanten an der Börse interessant sein.

Für die 25 Millionen Rohkaffeeproduzenten, von denen 70% der weltweit gehandelten Rohkaffeebohnen von kleinen Familienbetrieben erzeugt wird, ist der Preisverfall natürlich verheerend. Ist der Kaffeebauer allgemein sowieso nicht auf Rosen gebettet, stellt sich für viele Bauern permanent die Frage, wie Sie mit dem Kaffeeanbau ihre Lebensgrundlage sichern können.

Wir als Kaffeetrinker können da entgegenwirken, in dem wir darauf achten, unseren Kaffee aus Direktimporten mit garantierten Preisen zu beziehen. Biologisch und fair gehandelter Kaffee: Das ist die Lösung. Viele Kaffeebauern werden es uns danken- und wir werden im Gegenzug belohnt durch besseren Kaffee- und ein besseres Gewissen.

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